vhb-Kurs "Informationskompetenz"
Entwicklung und Implementierung eines E-Learning-Angebots zum Thema Informationskompetenz an der vhbLaufzeit: 01.11.2009 - 31.08.2010
Projektstatus: Laufend
Projekttyp: Entwicklung und Implementierung eines E-Learning-Angebots
Forschungskontext: Universität
Schlagwörter: E-Learning, Fallaufgaben, i-literacy, Informationskompetenz
Auftraggeber
Virtuelle Hochschule BayernAnsprechpartner(innen)
Hannah DürnbergerMitwirkende
Tanja Kranawetl...Julia Röhrich
Ausgangslage
Der Umgang mit neuen Medien wird für die heutigen Studierenden immer alltäglicher - jedoch stellt sich bei verschiedenen Studien (u.a. im Forschungsprojekt i-literacy an der Universität Augsburg) heraus, dass die Studierenden das Internet für private Zwecke sehr wohl zu bedienen wissen, ihre Fähigkeiten in Bezug auf die Nutzung zu beruflichen / wissenschaftlichen Zwecken jedoch wenig ausgebildet sind - dafür aber von den Studierenden selbst stark überschätzt werden.
Unser Angebot hakt hier ein: Wir wollen den Studierenden den Umgang mit den neuen Medien, die Recherche mit Hilfe des Internets und die Bewertung der gefundenen Quellen sowie die Speicherung, Strukturierung und Verwaltung der gefundenen Informationen näherbringen und ihnen helfen, das Medium Internet stärker in ihrem Studium und in ihrer wissenschaftlichen Arbeit zu nutzen. Speziell die falsche Bewertung der Qualität einer Internet-Quelle oder die Recherche über google sind Probleme, die sich in fast allen Studiengängen zeigen (vgl. Heinze, 2008). Diesen Problemen im Umgang mit dem Internet im Rahmen des Studiums wollen wir entgegenwirken und die Studierenden mit heutzutage immer wichtiger werdenden überfachlichen Kompetenzen hinsichtlich des Umgangs mit neuen Medien und Informationen ausstatten.
Projektziele
Das zentrale Ziel ist eine Einführung in die Grundlagen der wissenschaftlichen Informationskompetenz, wobei der Schwerpunkt auf den digitalen Medien liegt. Studierende der Stu-dieneinstiegsphase (vor Studienbeginn und erstes, zweites Semester) sollen lernen, Informationsrecherche zu planen, sie mit dem Medium Internet und den dort zugänglichen Katalogen und Datenbanken durchzuführen und gefundene Quellen kritisch zu bewerten. D.h. sie sollen das Medium Internet für wissenschaftliche Zwecke bedienen lernen (nicht nur für private Zwecke) – eine Fähigkeit, die Studien (vgl. Hochholzer & Wolff, 2005; Unger & Worblewski, 2006; Wolff, 2007; Schulmeister, 2008) zufolge noch relativ wenig verbreitet ist. Im zweiten Block des Seminars sollen die Studierenden Informationen in verschiedenen Formen organisieren und verwalten, ihr aus diesen Quellen generiertes Wissen strukturieren, ordnen und anwenden (u.a. zitieren) lernen. Zusammenfassend sollen die Studierenden nach der Teilnahme am Online-Seminar dazu befähigt sein, gut und vollständig zu recherchieren, die gefundenen Quellen richtig zu bewerten und für ihre weitere Verwendung zu organisieren und zu verwalten. Wie der Titel des Seminars Informationskompetenz bereits andeutet, steht nicht die Vermittlung bzw. Aufnahme vorstrukturierten Faktenwissens im Zentrum der Veranstaltung. Den größeren Teil nimmt daher die anwendungsorientierte Erprobung des Gelernten in der Praxis ein. Die Teilnehmer sollen also beispielsweise nicht nur erkennen und verstehen, was Qualitätskriterien für Internetquellen sind, sie sollen die Qualitätskriterien auch anwenden können und eine Auswahl an „guten“ Quellen treffen (wissenschaftliche Handlungskompetenz).
Projektinhalt
Der Inhalt des Online-Seminars lässt sich in zwei Blöcke einteilen: Im ersten Block wird anhand verschiedener Übungen ein Schwerpunkt auf die Rezeption von Informationen gelegt, d.h. es wird die Planung der Suche, die Recherche und die Bewertung von Quellen, die mit Hilfe des Internets und den darüber zugänglichen Katalogen, Datenbanken und Suchmaschinen gefunden wurden, behandelt. Dabei werden Suchstrategien (Boolesche Operatoren, tagbasierte Suche, indexbasierte Suche etc.) vermittelt und ein Überblick über die deutsche Bibliothekslandschaft und wissenschaftliche Informationsdienstleistungen (Kataloge, Datenbanken) gegeben. Inhaltlich werden außerdem das Urheberrecht, bibliothekarische Klassifikations- und Informationsdienstleistungen, Publikationsformen und Qualitätskriterien für wissenschaftliche Quellen behandelt, wobei der inhaltliche Schwerpunkt auf elektronischen Medien, Datenbankstrukturen sowie dem elektronischem Publizieren und den damit verbundenen bzw. assoziierten Qualitätskriterien liegt. Der zweite Block des Online-Seminars beschäftigt sich mit der Verwaltung, Strukturierung, Ablage und Verwertung von gefundenen Informationen, sprich mit persönlichem Wissensmanagement. Hier werden Themen wie Literaturverwaltungssoftware, Strategien zur Organisation und Verwaltung von Dateien (z.B. Social Bookmarking), Möglichkeiten zur inhaltlichen Strukturierung (z.B. mit Hilfe eines Concept Mapping-Programms) und die formale Anwendung (d.h. Zitation) behandelt (Reinmann & Eppler, 2008; Heckner, Heilemann & Wolff, 2009).
Projektnutzen
Durch die Bereitstellung des E-Learning-Kurses über die vhb sollen Studierende verschiedener Hochschulen die Chance erhalten, eine umfassende Einführung in die Informationskompetenz zu erhalten. Das Angebot ist prinzipiell für alle Studiengänge relevant, da jeder Studierende im Laufe des Hochschulstudiums mit Informationskompetenz und dem wissenschaftlichen Arbeiten konfrontiert wird. Primäre Zielgruppe sind vorerst die Studierenden des ersten und zweiten Semesters des Studiengangs Medien und Kommunikation der Universität Augsburg sowie die Studierenden der Universität Regensburg, die bisher aufgrund curricularer Vorgaben die Angebote zu Informationskompetenz im Rahmen des frei kombinierbaren Nebenfachs nicht wahrnehmen konnten.
Gleichzeitig kann das Seminar aber auch als Überbrückungsangebot für den doppelten Abiturjahrgang fungieren. Das bedeutet, dass Schüler, die aufgrund des doppelten Abiturjahrgangs keinen Studienplatz bekommen haben, das Online-Seminar zur Überbrückung und zur Vorbereitung auf ihr Studium nutzen können.
Methodeneinsatz
Bei der Entwicklung des vhb-Kurses orientieren wir uns im Wesentlichen an breits bestehenden, in Kooperation mit der Universitätsbibliothek Augsburg erstellen, Lehrtexten, die für das Projekt www.i-literacy.de produziert wurden. Außerdem werden die Materialien von verschiedenen, an der Universität Regensburg (Kooperationspartner) ansässigen Dozenten eingebunden und überarbeitet. Insgesamt müssen Lernende im Rahmen des Kurses zwei Einzelaufgaben und zwei Partneraufgaben absolvieren. Die Aufgaben dienen dazu, die durch den Studientext vermittelten Inhalte praktisch einzuüben und eigenständige Lösungsstrategien für typische Problemfelder zu entwickeln. Bewusst werden Wissenstests nur für die Selbstkontrolle, jedoch nicht für die eigentliche Bewertung eingesetzt, da diese lediglich einen Teil der Handlungskompetenz (die Wissenskomponente) überprüfen. Arbeitsaufgaben zielen hingegen auf eine ganzheitliche Erfassung der Informationskompetenz ab, da sie auch die Anwendung des Wissens erfordern und immer wieder Elemente der Reflexion enthalten. Reflexion gilt als wesentliche Voraussetzung für den Kompetenzerwerb, da sie ermöglicht, Defizite aufzudecken und die weitere Kompetenzentwicklung zu planen.
Technisch realisiert wird die Lernumgebung auf zwei Plattformen: Drupal (medial aufbereitete Lerninhalte) und Stud.IP (Kursverwaltung sowie Kommunikation und Kollaboration). Zur Aufbereitung der Lerninhalte werden neben Text und Grafiken auch Screencasts und Tutorial-Videos eingesetzt.
RSS



