Bildgestaltung für Fortgeschrittene - Peter von Haller gibt Einblicke in seine Arbeit
Peter von Haller gibt Studierenden Einblicke in seine Arbeit als Kameramann. An Hand des Films "Der Knochenmann" http://www.derknochenmann.at bei dem Peter von Haller für die Bildgestaltung verantwortlich zeichnet zeigt Herr Haller die Grundzüge seiner Arbeit. Die Teilnehmer haben nach der gemeinsamen Sichtung des Films die Möglichkeit Fragen zu stellen.
Biographie von Peter von Haller
1961 geboren in München - aufgewachsen in Kempten im Allgäu Studium der Kunstgeschichte, Philsosophie und Psychologie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München
1985 Praktikum in den Bavaria Ateliers, in den Abteilungen Produktion, Schnitt, Ausstattung, Kamera - Materialassistenz und später Kameraassistenz bei Jospeh Vilsmeier, Gernot Roll u.a.
1988 erste Kurzfilme
1992 als freischaffender Kameramann tätig - Mitglied im Berufsverband Kamera (BVK)
2000 Geschäfstführer der Loopfilm Production GmbH in München
Filmographie
7 Zwerge - Der Wald ist nicht genug (2006)
Anatomie (2000)
Auf Herz und Nieren (2002)
fliegende Klassenzimmer, Das (2003)
Hexe Lilli: Der Drache und das magische Buch (2009)
Knochenmann, Der (2009)
Komm, süsser Tod (2000)
Siebtelbauern, Die (1998)
Siegfried (2005)
Silentium (2004)
Der Kochenmann
Der Knochenmann ist ein österreichischer Kriminalfilm aus dem Jahr 2009 und die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Wolf Haas, der auch am Drehbuch beteiligt war. Er bildet die Fortsetzung zu den bereits entstandenen Buchverfilmungen Komm, süßer Tod (2000) und Silentium (2004).
Handlung
Die Handlung beginnt in Bratislava, wo es in einem Bordell zu einem Zwischenfall kommt: Ein Zuhälter wird von einem verärgerten Kunden aus dem ersten Stock geworfen. Seinem Freund Ivgeniew gelingt es, das Kennzeichen des flüchtenden Täters zu fotografieren.
Kurz darauf wird Brenner von seinem Freund Berti, der in Wien eine Autoleasingfirma betreibt, in die Steiermark geschickt, um von dem Maler Horvath, der angeblich im Gasthof Löschenkohl residiert, ausstehende Leasingraten einzutreiben. In Klöch angekommen, stößt Brenner auf Missmut und Verschwiegenheit. Weder der Wirt noch die Kellnerin wollen ihm etwas über den Aufenthaltsort des Malers erzählen. Als Brenner abreisen will, bietet ihm der Juniorchef Paul, der Brenner als einen Privatdetektiv erkennt, einen Job an: im Betrieb verschwindet Geld, verdächtigt wird der Wirt - Pauls Vater. Brenner lehnt zunächst ab, aber als er Pauls sympathische Frau Birgit (Gitti) kennenlernt, beschließt er zu bleiben.
Eines Abends taucht der Freund des toten Zuhälters in Klöch auf und erpresst den alten Löschenkohl. Dieser war es nämlich, der den Zuhälter aus dem Fenster warf und von dem Vorfall existiert ein Video. Als der Erpresser damit droht die Prostituierte Valeria, die Geliebte des Wirts, in ein Bordell in der Türkei zu verkaufen bzw. sie in einem Snuff-Video ermorden zu lassen, tötet ihn der Wirt und zerstückelt die Leiche im Schlachthaus. Dabei wird er aber von der Freundin des Toten beobachtet. Als diese - von Löschenkohl verfolgt - flüchtet, kommt sie mit ihrem Wagen von der Straße ab und überschlägt sich. Der Wirt schiebt den Unfallwagen in einen Fluss und die Frau ertrinkt.
Durch Zufall entdeckt Paul am Morgen darauf das Wrack; im Inneren findet er eine Tasche und nimmt sie an sich. Zuhause entdeckt er darin die Todesanzeige des Zuhälters aus Bratislava und das Videoband, das seinen Vater zeigt. Er will ihn damit erpressen, doch der alte Löschenkohl hat nur Verachtung und Sarkasmus für seinen Sohn übrig. Paul geht zur Polizei, um den Vorfall anzuzeigen und legt dem Polizisten dabei die Todesanzeige vor. Dieser nimmt Paul nicht ernst und führt ihn in einen Nebenraum, wo sich der vermeintlich tote Zuhälter befindet. Es stellt sich heraus, dass dieser sich beim Sturz aus dem Fenster lediglich ein Bein gebrochen hat. Die Erpressung fußte also auf einer Lüge. Der Zuhälter überredet Paul, ihn zum alten Löschenkohl zu führen, um zu erfahren, wo sich sein verschwundener Freund befindet.
Brenner bekommt von all dem zunächst nichts mit, zwischen ihm und Birgit entwickeln sich zarte Gefühle. Erst als er im Schlachthaus einen abgeschnittenen Finger findet, wird Brenner hellhörig. Er glaubt, dass dieser Finger dem Maler Horvath gehören könnte. Während eines großen Faschingsfestes löst sich das Rätsel auf: die Kellnerin gibt sich als Horvath zu erkennen, der sich bis zu seiner Geschlechtsumwandlung bei Löschenkohl verstecken wollte. Im Schlachthaus stößt Brenner auf Paul und den Zuhälter, die vom Wirt dort eingesperrt wurden. Als dieser dazustößt, kommt es zu einem Kampf zwischen ihm und Brenner, der damit endet, dass Paul, der sich von seinen Fesseln befreien konnte, seinen Vater ersticht. Die Polizei beendet das Faschingsfest, Paul wird von Birgit verlassen, Brenner kehrt nach Wien zurück.
Kritiken
Der Film wurde bei Filmkritikern überwiegend positiv aufgenommen. Einige bezeichneten den Knochenmann sogar als die bislang beste Verfilmung der Brenner-Reihe. Oftmals gelobt wurden auch die Darsteller Josef Hader, Birgit Minichmayr und Josef Bierbichler. Außerdem wurde der groteske Schwarze Humor mehrmals hervorgehoben.
„Der Knochenmann ist Murnbergers dritte Verfilmung eines Brenner-Buchs von Haas und die bisher beste: viel Gespür für die Figuren, dialogische Brillanz und ein feiner Seiltanz zwischen Groteskem und Alltäglichem machen den Film – der von der Vorlage sehr stark abweicht – zur so opulenten wie lakonischen Horrorkomödie. Kleinere dramaturgische Schlaglöcher und unnötige inszenatorische Extravaganzen (besonders unangebracht: der an TV-Knaller wie „CSI“ erinnernde Vorspann) werden einmal mehr von Haders nuancenreicher Darstellung des Existenzialisten Brenner vergessen gemacht – auch weil der Figur dieses Mal außergewöhnliche emotionale Herausforderungen gestellt werden. Denn je länger sich der Brenner mit Minichmayrs Gitti beschäftigt, desto wärmer wird ihm ums Herz. Zu einer Coverversion des Opus-Sauflieds „Live Is Life“, stellt sie sich dann auch ein, diese unwahrscheinlichste und vielleicht schönste aller österreichischen Liebesgeschichten.“
Markus Keuschnigg: Die Presse, 9. März 2009
„Wer angesichts der dritten Kino-Adaption eines Wolf Haas-Romans erste Ermüdungserscheinungen befürchtet hatte, darf erleichtert aufatmen: Mit "Der Knochenmann" ist Regisseur Wolfgang Murnberger und seinem Co-Autor bzw. Hauptdarsteller Joseph Hader erneut eine kongeniale Krimi-Groteske gelungen, die ihren Vorgängern um nichts nachsteht. Dass die Krimihandlung diesmal über weite Strecken gar nicht im Vordergrund steht, überrascht zwar, stört aber keineswegs: Neben Mord, Erpressung und Provinzleben kreist die Story vor allem um ein Thema - die Liebe. Das verleiht dem Brenner-Universum eine ganz neue Tiefe und macht die Geschichte nicht weniger spannend, zumal die einzelnen Erzählstränge äußerst geschickt miteinander verwoben sind. Zudem kommen auch diesmal schwarzhumorige Momente, pointiert-derbe Dialoge, skurrile Nebenfiguren und groteske Grausamkeiten nicht zu kurz - Grauen und Lachen liegen einmal mehr nah beieinander, für schwache Mägen und Nerven ist also auch "Der Knochenmann", trotz seines Fokus auf die Liebes-Thematik, nichts. Großartig auch, welch hervorragendes Darsteller-Ensemble der gewohnt geniale Josef Hader diesmal zur Seite gestellt bekam: vor allem Josef Bierbichler und Birgit Minichmayr liefern absolut überzeugende und authentische Performances ab. Mit "Der Knochenmann" ist dem Team um Murnberger und Hader ihre bisher beste Wolf Haas-Adaption gelungen - eine absolut spannende und höchst unterhaltsame Mischung aus Krimi-Komödie, Heimat- und Liebesfilm, die man sich nicht entgehen lassen sollte!“
Kurier, am 9. März 2009
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