eELV: Emotionsinstrument mit Innovationspotential

Projektstatus: Laufend
Forschungskontext: Universität
Schlagwörter: Emotionen, Evaluation, Lernen, Nachhaltigkeit und Wirksamkeit, Qualitätsentwicklung, Qualitätssicherung

Kooperationspartner(innen)

(D) Universität Augsburg, Professur für Medienpädagogik
(CH) Universität Zürich, Lehrstuhl für Pädagogische Psychologie
(D) Universität Marburg, EZW, Empirische Pädagogik
(CH) Pädagogische Hochschule Schaffhausen

Diese Instrumente gehören zum Gesamtprojekt «Instrumente zur Qualitätssicherung und Kompetenzentwicklung im E-Learning», zu dem auch die Projekte anderer Universitäten im In- und Ausland gehören.

Ansprechpartner(innen)

Christine Grede...

Mitwirkende

Frank Vohle
Gabi Reinmann
Johannes Metscher

Ausgangslage

Es gibt wenige Emotionsinstrumente für den Einsatz in Lehr- und Lernsettings (vgl. u.a. Reinmann et al., 2005, S.3; Titz, 2001, S. 66 ff). Gleichzeitig weisen verschiedene Ergebnisse aus der Hirnforschung und empirischen Befunden u.a. auf die zentrale Bedeutung von Emotionen für das Lernen hin (vgl. u.a. Damasio, 2003, 1994; Herschkowitz, 2001; Spitzer, 2000, 2003; LeDoux, 1998a, 1998b; Oerter, 1995). In diesem Zusammenhang gibt es auch Indizien, dass positive Emotionen im Lernprozess nicht ausschliesslich lernförderlich und negative Emotionen nicht nur lernhinderlich sind, wie gemeinhin angenommen wird (vgl. Pekrun et al., 2002; Oser 1999). Für die gewinnbringende Gestaltung von Lehr- und Lernprozessen ist es daher sehr wichtig, vertiefte Kenntnisse über die Beziehung zwischen Emotionen und ihrer Wirkung auf das Lernen zu gewinnen.
In Anlehnung an die empirischen Untersuchungen und Empfehlungen der Münchner Forschungsgruppe um Pekrun et al. (2002) und Titz (2001) wurde ein Emotionsinstrument konzipiert, das einfach und mehrmals im Lernprozess eingesetzt werden kann. Mit diesem Instrument wird die Emotionale Verfassung in Kombination mit der Lernintensität erschlossen, was zum Begriff ELV ein Akronym für «Emotionale Lern-Verfassung» führt. Diese wird von den Lernenden durch einen Punkt im Koordinatensystem angegeben. Auf der x-Achse wird die Emotion und auf der y-Achse die Auseinandersetzung mit dem Lerninhalt abgebildet. Neben dieser quantitativen Einschätzung beschreiben die Lernenden ihre emotionalen Lernverfassungen und deren Auslöser.


Abbildung: Das Emotionsinstrument ELV

Beim Einsatz des primär für Grundlagenforschungszwecke konzipierten Instrumentes wurde entdeckt, dass dieses ein Potential zur gewinnbringenden Prozessgestaltung in sich birgt und nicht nur von Lehrenden, sondern auch für Lernenden nützlich sein kann. Dies ist angesichts der gegenwärtig immer stärker auftretenden Evaluationssättigung besonders relevant. So sind Lehrpersonen oder ganze Institutionen meist die Datennutzenden und die Lernenden die Datenlieferanten, die normalerweise kaum einen für sie erkennbaren Nutzen aus Evaluationsvorhaben ziehen. Genau dies ist nun gemäss der Konzeption von ELV anders, da die Lernenden durch den Einsatz des Instrumentes zu einer interventionistischen und nicht lediglich diagnostischen Reflexion angeregt werden. Im Hinblick auf die Weiterentwicklung des Instrumentes steht deshalb die Frage im Zentrum, wie das Instrument und dessen Einsatz dahin weiterentwickelt werden kann, dass sowohl Lehrende als auch Lernende von der Arbeit mit dem Instrument einen möglicht hohen Nutzen ziehen. Je besser dies gelingt, desto mehr können nicht nur Lehrende, sondern auch Lernende zur produktiven Prozesssteuerung beitragen. So kann Lernen als koproduktiver Prozess verstanden werden, bei dem beide aufgefordert sind, aktiv die Verantwortung für ein gewinnbringendes Lernen und Lehren zu übernehmen.
Die beiden anderen am Institut für Medien und Bildungstechnologie in Augsburg entwickelten Instrumente Onlinebarometer (vgl. http://www.imb-uni-augsburg.de... und ) und eSAMB (http://e-learning.phil.uni-aug...) sind ebenfalls drauf ausgerichtet, dass Lernende die Verantwortung für ihr eigenen Lernen übernehmen und aufgefordert sind, das eigene Lernverhalten aufgrund von Selbstbeobachtung zu steuern.

Projektziele

Zentrales Ziel ist es, das dem Instrument ELV inhärente Potential für innovative Lehr- und Lernprozessgestaltung zu nutzen. Dazu müssen Umsetzungsvorhaben mit hohem Anreizcharakter zur Verwendung des Instrumentes sowohl von Seiten der Lehrenden als auch Lernenden konzipiert werden. Es ist daher wichtig:

  • Die Datengenerierung- und auswertung sowohl für Lehrende als auch Lernende ressourcenschonend zu gestalten.
  • Das Instrument flashbasiert aufzusetzen, was die Aufzeichnung der Emotionsverläufe und die Auswertung erleichtert.
  • Das Instrument in verschiedenen Kontexten bzw. Fachgebieten und didaktischen Szenarien einzusetzen.
  • Projektnutzen

  • Erkenntnisse zur Weiterentwicklung des Instrumentes und dessen Einsatz dienen dazu, dass dieses sowohl Lehrenden zur formativen und summativen Evaluation als auch Lernenden zur emotionalen Lernkompetenzförderung dient.
  • Eine flashbasierte Aufsetzung des Instrumentes leichtert ein unmittelbares aufzeichnen und auswerten der Daten.
  • Durch Anwendung von ELV in versch. Lehr- Lernkontexten und methodisch-didaktischen Settings kann Wissen über den kontextspezifischen Einsatz von ELV gewonnen werden.
  • Die qualitativen und quantitativen Daten zu den emotionalen Lernverfassungen generieren wissenschaftliche Erkenntnisse über das Zustandekommen und das Wesen und die Wirkung emotionaler Lernverfassungen
  • Methodeneinsatz

  • Prozessorientierte Untersuchung mit dem Fragebogen ELV. Die quantitativen Daten werden deskriptiv mit SPSS ausgewertet und die qualitativen Daten hermeneutisch
  • Datengewinnung

  • Die User des Instrumentes verpflichten sich, die mit dem Instrument gesammelten Daten dem IMB zurückzuspeisen und die gemachten Erfahrungen beim Einsatz des Instrumentes nach einem Leitfaden aufzuzeichnen.
  • Publikationen

    Arbeitspapiere