Sandra Hofhues, 11.04.08

w.e.b.Square

w.e.b.Square – Wissensmanagement und E-Learning unter Bildungsperspektive

Laufzeit: 01.01.2006
Projektstatus: Laufend
Forschungskontext: Universität
Schlagwörter: Hochschuldidaktik, Kompetenzentwicklung, Open Educational Resources

Ansprechpartner(innen)

Sandra Hofhues
Tamara Specht
Marianne Kamper
Gabi Reinmann

Mitwirkende

Alexander Florian
Frederic Adler

Ausgangslage

Wissensaustausch in dem Sinne, dass Ideen geteilt werden, Studierende von den Leistungen ihrer Kommilitonen lernen, Ergebnisse für andere zum Weiterdenken und -arbeiten verfügbar machen und Ähnliches, ist unter Studierenden auch im Zeitalter des Web 2.0 keine Selbstverständlichkeit. Die Augsburger Initiative „w.e.b.Square" setzt am genannten Mangel an, indem sie herausragende studentische Wissensprodukte unter der Leitidee „von Studierenden für Studierende" auf einem Online-Portal öffentlich zugänglich macht. Das Motto „von Studierenden für Studierende" spiegelt sich dabei in allen Aktivitäten des Projekts wider: in der Generierung von Inhalten für das Portal, in der Nutzung der Inhalte, in deren Auswahl und Zusammenstellung sowie in der Weiterentwicklung des Portals. Hinter der Projektinitiative steht ein Redaktionsteam aus Studierenden, studentischen und wissenschaftlichen Mitarbeitern. Sie helfen mit, das vorhandene Wissen mit Methoden und Werkzeugen so zu organisieren, dass es aus Zielgruppensicht optimal gesucht und gefunden werden kann und w.e.b.Square als innovative Informationsvermittlungsstelle seine Dienste leistet. Darüber hinaus führt die Initiative seit einiger Zeit studentische Tagungen mit dem Ziel durch, eine Kultur des Wissensaustauschs vor Ort zu etablieren.

Projektziele

w.e.b.Square will bei den Studierenden Interesse für Wissenschaft wecken, Mängel in der Zugänglichkeit von Inhalten beseitigen und neben der systematischen Kompetenzentwicklung auch dezentrales Hochschul-/Wissenschaftsmarketing betreiben. Die Studierenden als Zielgruppe werden dabei in verschiedenen Rollen auf der Plattform berücksichtigt: In der Rolle als Autoren lernen sie, wie man Wissen für andere aufbereitet. In der Rolle als Leser lernen sie Best Practices sowie Kriterien und Standards des wissenschaftlichen Arbeitens durch Beispiele kennen. Schließlich lernen sie in der Rolle als Redakteure, wie man Projekte koordiniert, deren Weiterbestehen sichert, wie man im Team arbeitet und andere zum Wissensaustausch motiviert. Was durch den Fokus auf die virtuellen Aktivitäten jedoch in nahezu allen Rollen zu kurz kommt, ist der direkte Diskurs über Inhalte mit anderen (jungen) Wissenschaftlern. Denn ob Möglichkeiten zum Wissensaustausch tatsächlich wahrgenommen werden, hängt entscheidend davon ab, inwieweit diese dazu bereit sind, ihr Wissen öffentlich zu machen, zu kommunizieren und sowohl im realen als auch im virtuellen Raum mit anderen zu teilen.

Wenige Zeit nach der ersten Konzepterstellung der wissenschaftlichen Online-Zeitschrift wird w.e.b.Square deshalb dahingehend erweitert, dass eine Lehrveranstaltung zum wissenschaftlichen Publizieren im Rahmen des MuK-Studiengangs angeboten wird. So wird einerseits „Handwerkszeug" für die Ergebnispräsentation auf einer (wissenschaftlichen) Tagung vermittelt und andererseits selbst eine Tagung unter einem im Vorfeld bestimmten Motto organisiert. Studierende werden in unterschiedlicher Form aktiv: Sie können sich als Vortragender wie auch als Eventmanager betätigen. Höhepunkt des Seminars ist die inzwischen jährlich im Wintersemester stattfindende w.e.b.Square-Tagung. Während die Lehrveranstaltung insbesondere auf Chancen und Potenziale des wissenschaftlichen Publizierens aufmerksam macht, öffnet die angeschlossene Tagung Studiengangsinhalte für andere Fachbereiche und Disziplinen bzw. spricht ebenso Studierende anderer Universitäten im Sinne einer „öffentlichen Wissenschaft" an. Auf diese Weise werden neue Knotenpunkte für den Wissensaustausch auf dem Campus geschaffen: durch den Austausch der Studierenden untereinander, die Auseinandersetzung mit Wissenschaftlern und Experten sowie durch die Anregungen von Vertretern außerhalb der eigenen Universität. Letztere sind es auch, die mit dem ersten w.e.b.Square-Call-for-Papers explizit angesprochen werden und sich somit eine weitere Vernetzungsmöglichkeit unter Studierenden ergibt.

Projektinhalt

An der Professur für Medienpädagogik der Universität Augsburg wurde im Jahr 2006 die Idee geboren, ein offenes Portal von Studierenden für Studierende zu schaffen, das den wissenschaftlichen Austausch innerhalb der Studentenschaft fördert: w.e.b.Square. Die Leitidee „von Studierenden für Studierende“ spiegelt sich in allen Aktivitäten des Projekts wider: in der Generierung von Inhalten für das Portal, das sich ausschließlich aus studentischen Arbeiten speist, in der Nutzung der Inhalte, die gezielt für Studierende angeboten werden, in deren Auswahl und Zusammenstellung, die über ein studentisches Redaktionsteam erfolgt, und in der Weiterentwicklung des Portals, die vorrangig beteiligte Studierende vorantreiben. Der Name des Portals lautet w.e.b.Square und steht inhaltlich für Wissensmanagement und E-Learning unter Bildungsperspektive (w.e.b.). Strukturell symbolisieren der Namenszusatz „Square“ und das Layout des Portals vier Ecken bzw. Perspektiven, aus denen heraus Inhalte entstehen können: aus (1) explizit wissenschaftlichen Arbeiten wie Hausarbeiten und Abschlussarbeiten, aus (2) praktischen Arbeiten wie Projekten und Übungen, aus (3) studentischen Ideen, die noch unausgereift sein dürfen, und aus (4) Reflexionen über beobachtete Phänomene an der Hochschule (und darüber hinaus) in Form eigens verfasster Artikel. Zudem impliziert „Square“ die Idee des Marktplatzes für vorbildliche studentische Arbeiten.

Projektnutzen

Der „Clou“ des w.e.b.Square-Modells ist darin zu sehen, dass die pädagogisch-didaktischen Überlegungen hinter der Inhaltsgenerierung, der Aufgaben-/Anforderungsgestaltung sowie der Implementierungsstrategie zusammen die Weiterentwicklung von w.e.b.Square sicherstellen und vorantreiben. Beispielbasiertes Lernen, Community-Lernen und Projektlernen greifen ineinander und können mit dem Fachstudium verbunden werden.

Methodeneinsatz

Neue Beiträge werden mit einem Abstract oder Anrisstext als News gepostet und sind anhand der ihr zugeordneten „Ecke“ auf den ersten Blick hinsichtlich ihrer Informationsqualität/-herkunft erkennbar. Jedes Wissensprodukt wird mit mehreren Schlagworten erfasst, die als WortWolke („tag cloud“) am rechten Rand des Portals sichtbar gemacht werden und Lernenden den spontanen Zugang zu Themen ermöglichen. Technische Grundlage für das Portal ist das Open-Source-System Drupal.

Im Sommer 2008 wurde ein Relaunch des Portals durchgeführt, mit dem sich w.e.b.Square stärker als E-Journal präsentiert, was sich gut über neue Drupal-Funktionalitäten realisieren lässt. Dabei werden u. a. Themenhefte machbar, die eine International Standard Serial Number (ISSN 1869-2184) erhalten. Neben der Veränderung des Formats wird die Themenpalette erweitert, die künftig neben bildungswissenschaftlichen auch kommunikationswissenschaftliche Inhalte umfassen soll. Beides sind Reaktionen auf einen entsprechenden Bedarf und eine ansteigende Nachfrage seitens der Studierenden.

Publikationen